Kiefergelenksbeschwerden können viele Ursachen haben. Verspannungen im Hals-/Nacken/Schulter-bereich wirken sich ebenso auf die Muskulatur und den Faszienbereich des Kopfes aus wie Fehlhaltungen, die sich oftmals über den gesamten Körper erstrecken und fortsetzen können. Durch einseitige Muskelbeanspruchung und verdrehte Sitzhaltung, wie es in unserem Büroalltag fast schon üblich geworden ist, kommt es zu Verkürzungen und Hypertonus einzelner Muskelregionen, die sich eben auf den gesamten Organismus und auch auf den Bereich der Muskulatur im Kopf- und Nackenbereich auswirken.
Es spielen also Beschwerden und Dysbalancen anderer Körperregionen ebenso in den Bereich des Behandlunsgsspektrums des Zahnarztes hinein wie wir als Zahnarzt positive wie negative Auswirkungen auf den gesamten Haltungsapparat ausüben.
Vereinfacht ausgedrückt erfolgt die dreidimensionale Abstützung des Kauapparates über die Zähne, das Kiefergelenk und die umgebenden Muskeln und Faszien. Zahnkippungen oder Fehlstellungen der Zähne, Zahnverlust sowie eine Abrasion der Kauflächen über die Jahre führen zu einem Absinken der Kauhöhe. Somit wird das Kiefergelenk überbeansprucht und muss den Kaudruck vermehrt aufnehmen, was zu dauerhaften Beschwerden bis hin zu Entzündungen führen kann.
Das „Fass“ läuft über die Jahre voll; die Beschwerden können lange kompensiert werden, aber irgendwann werden Sie sehr massiv und dann auch nicht mehr so schnell wegzubekommen…
Zuallererst muss die akute Schmerzsituation angegangen werden, dann die Stützzone wieder aufgebaut werden und die Überbelastung herausgenommen werden. Dies muss dann ggf. nachkorrigiert werden und langfristig stabilisiert werden.
Wichtig ist daher eine umfassende klinische Untersuchung. Ein Austausch mit den Sie behandelnden Kollegen und ggf. Hinzuziehen eines erfahrenen Co-Therapeuten. Dies ist vor allem bei umfangreicheren Sanierungen und vor allem bei bereits vorhandenen Beschwerden unabdingbar.


